Neuperlachs neues Lätare-Quartier: Gesundheitstreff, Hospiz und wohnortnahe Versorgung

saniPEP Apotheke im PEP Einkaufszentrum Neuperlach

Kurz zusammengefasst
  • Im Lätare-Quartier Neuperlach entstehen ein Gesundheitstreff und ein stationäres Hospiz – ein Meilenstein für die wohnortnahe Versorgung.
  • Hospize begleiten schwerkranke Menschen am Lebensende mit Fokus auf Lebensqualität; Kosten trägt weitgehend die Krankenkasse (§ 39a SGB V).
  • Apotheken sind unverzichtbar in der Palliativversorgung: Sie liefern Schmerzmedikamente schnell und beraten Angehörige zu Hilfsmitteln.
  • Die saniPEP Apotheke bietet Botendienst, Pflegehilfsmittelberatung und Medikamentenlieferung auch in Pflegesituationen nach Hause.

Was bedeutet das Lätare-Projekt für Neuperlach?

Im Oktober 2025 wurde der Sieger eines städtebaulichen Realisierungswettbewerbs für das Lätare-Kirchenareal in Neuperlach bekanntgegeben. Das Konzept kombiniert Wohnen, Gemeinschaft und Gesundheit auf einem Gelände, das bislang kirchlich genutzt wurde. Zwei Elemente stechen dabei besonders hervor: ein Gesundheitstreff als niedrigschwellige Anlaufstelle für das Viertel und ein stationärer Hospizstandort. Beide Vorhaben können die gesundheitliche Versorgungslandschaft in Neuperlach langfristig verändern – und fügen sich in eine Entwicklung ein, die bundesweit an Bedeutung gewinnt: die wohnortnahe Gesundheitsversorgung.

Neuperlach ist ein dichter, vielfältiger Stadtteil mit rund 60.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, einem hohen Anteil älterer Menschen und einer ausgeprägt internationalen Bevölkerungsstruktur. Genau in solchen Quartieren zeigt sich, wie wichtig eine gut erreichbare, verständliche und vertrauenswürdige Gesundheitsinfrastruktur ist.

Was ist ein Gesundheitstreff – und warum ist das Konzept wichtig?

Ein Gesundheitstreff ist mehr als ein Beratungszimmer. Das Konzept stammt aus der Gemeinwesenarbeit und der Gesundheitsförderung: Es bringt Angebote aus den Bereichen Prävention, Pflege, soziale Beratung und Selbsthilfe unter einem Dach zusammen – möglichst barrierefrei, möglichst kostenlos oder kostengünstig, möglichst nahe am Alltag der Menschen.

Typische Angebote in solchen Einrichtungen sind:

  • Präventionskurse zu Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung oder Rauchentwöhnung, oft in Kooperation mit Krankenkassen
  • Pflegeberatung für Angehörige, die jemanden zu Hause betreuen
  • Selbsthilfegruppen für chronisch erkrankte Menschen oder pflegende Familienmitglieder
  • Informationsveranstaltungen zu Themen wie Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung oder Sozialleistungen
  • Sprachsensible Angebote für Menschen, die nicht auf Anhieb Deutsch als erste Gesundheitssprache nutzen

Die Robert Bosch Stiftung und andere Förderinitiativen belegen seit Jahren, dass quartiersnahe Gesundheitsangebote tatsächlich genutzt werden – wenn sie niedrigschwellig, kostenlos und vertrauenswürdig sind. Das Lätare-Projekt hätte das Potenzial, genau das in Neuperlach zu schaffen.

Was ist ein Hospiz – eine sachliche Einordnung

Das Wort Hospiz weckt bei vielen Menschen zunächst Schwellenangst. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen, was diese Einrichtungen leisten – und was sie nicht leisten wollen.

Ein stationäres Hospiz begleitet Menschen in der letzten Lebensphase. Der Fokus liegt auf Lebensqualität, nicht auf lebensverlängernden Maßnahmen. Schmerzen und belastende Symptome werden palliativmedizinisch behandelt; zugleich erhalten Betroffene und ihre Familien psychosoziale und spirituelle Begleitung. Hospize sind keine Pflegeheime und keine Krankenhäuser – sie sind bewusst klein, persönlich und auf die Würde des einzelnen Menschen ausgerichtet.

Die Kosten für einen stationären Hospizaufenthalt werden in Deutschland zu einem großen Teil von den gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen getragen (§ 39a SGB V). Ein verbleibender Eigenanteil wird in vielen Fällen durch Spendengelder der Hospizvereine gedeckt, sodass niemand aus finanziellen Gründen auf Hospizversorgung verzichten muss.

Palliativversorgung zu Hause: Was ist möglich?

Nicht jeder Mensch möchte oder kann in einem stationären Hospiz seine letzte Lebensphase verbringen. Die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) ermöglicht es, auch zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung palliativmedizinisch begleitet zu werden. Teams aus Ärzten, Pflegefachkräften und weiteren Berufsgruppen kommen in die häusliche Umgebung.

Die Apotheke spielt dabei eine oft unterschätzte Rolle. Palliative Schmerztherapie erfordert zum Teil Wirkstoffe, die nur in bestimmten Apotheken vorrätig sind oder kurzfristig beschafft werden müssen – auch am Wochenende oder nachts. Darüber hinaus beraten Apotheken Angehörige zur korrekten Anwendung von Schmerzpflastern, Tropfen und anderen Darreichungsformen, die in der Palliativpflege häufig eingesetzt werden.

Auch Hilfsmittel – vom Pflegebett über Inkontinenzprodukte bis hin zu speziellen Positionierungskissen – können über die Apotheke bezogen oder vermittelt werden. Vieles davon ist Kassenleistung. Einen Überblick über Medikationscheck und Pflegehilfsmittel finden Sie in unserem Beitrag zur Seniorenversorgung in Neuperlach.

Die Rolle der Apotheke in der wohnortnahen Gesundheitsversorgung

Was das Lätare-Projekt in einigen Jahren bringen wird, gibt es in Teilen schon heute in Neuperlach: eine wohnortnahe, persönliche Gesundheitsversorgung, die über das bloße Abgeben von Medikamenten hinausgeht.

Die saniPEP Apotheke im PEP-Einkaufszentrum ist seit ihrer Gründung Teil des sozialen Gefüges in Neuperlach. Wir beraten in der Apotheke, wir kommen auf Wunsch zu Ihnen nach Hause über unseren Botendienst, und wir verstehen uns als Anlaufstelle nicht nur für Rezepte, sondern auch für Fragen, die sonst keinen offensichtlichen Adressaten haben: Wie funktioniert ein Hilfsmittelantrag? Welche Pflegehilfsmittel stehen mir zu? Wie verhalte ich mich, wenn jemand in der Familie plötzlich mehr Unterstützung braucht? Details zu saniVERLEIH und Botendienst finden Sie auf unserer Apotheken-Übersichtsseite.

Für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder sich in einer akuten Pflegesituation befinden, bieten wir die Lieferung von Medikamenten und Pflegeprodukten direkt nach Hause an. Das gilt auch und gerade für palliative Versorgungssituationen, in denen Verlässlichkeit und Schnelligkeit besonders zählen.

Warum wohnortnahe Versorgung mehr ist als Bequemlichkeit

Es mag wie ein praktischer Vorteil klingen, wenn Apotheke, Gesundheitstreff und Hospiz in erreichbarer Nähe liegen. Tatsächlich hat die Forschung gezeigt, dass Menschen Gesundheitsangebote deutlich häufiger nutzen, wenn sie gut erreichbar, vertraut und Teil ihres Alltags sind. Gerade bei chronischen Erkrankungen, in der Pflege und am Lebensende entscheidet die Qualität der wohnortnahen Versorgung darüber, ob Menschen selbstbestimmt leben können – oder nicht.

Das Lätare-Projekt ist in diesem Sinne mehr als ein Bauprojekt. Es ist eine Entscheidung für ein bestimmtes Bild davon, wie ein Stadtteil funktionieren soll: fürsorglich, generationenübergreifend und gesundheitlich resilient. Wir begrüßen diese Entwicklung und freuen uns darauf, als Apotheke vor Ort weiterhin ein verlässlicher Bestandteil dieses Netzes zu sein.

Beratung in der saniPEP Apotheke

Ob Sie Fragen zur Palliativversorgung, zu Pflegehilfsmitteln, zum Botendienst oder zu anderen Themen haben – wir sind für Sie da. Besuchen Sie uns im PEP-Einkaufszentrum, Ollenhauerstr. 6, 81737 München. Manche Gespräche brauchen Zeit und Ruhe; sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie einen ruhigeren Moment für ein ausführlicheres Beratungsgespräch wünschen.

Haeufig gestellte Fragen

Was ist das Lätare-Areal und was ist dort geplant?

Das Lätare-Areal ist ein ehemaliges Kirchengelände in Neuperlach, München. Im Oktober 2025 wurde der Sieger eines städtebaulichen Realisierungswettbewerbs bekanntgegeben. Das Konzept sieht unter anderem einen Gesundheitstreff sowie einen stationären Hospizstandort vor – ergänzt durch Wohn- und Gemeinschaftsflächen. Das Projekt gilt als wichtiger Beitrag zur sozialen und gesundheitlichen Infrastruktur des Stadtteils.

Was ist ein Gesundheitstreff und welche Angebote gibt es dort typischerweise?

Ein Gesundheitstreff ist eine niedrigschwellige Anlaufstelle im Quartier, die Gesundheitsförderung, Prävention und soziale Vernetzung unter einem Dach bündelt. Typische Angebote umfassen Präventionskurse (z. B. Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung), Beratungsgespräche zu Pflege und Sozialleistungen, Selbsthilfegruppen sowie Informationsveranstaltungen. Gesundheitstreffs richten sich bewusst an alle Altersgruppen und sind oft kostenfrei oder kostengünstig zugänglich.

Welche Rolle spielt die Apotheke in der Palliativversorgung?

Apotheken sind ein unverzichtbarer Teil der palliativen Versorgungskette. Sie stellen kurzfristig benötigte Schmerzmedikamente und andere palliativmedizinische Wirkstoffe bereit, oft auch außerhalb regulärer Öffnungszeiten über den Notdienstkreis. Darüber hinaus beraten sie Angehörige zu Hilfsmitteln, Pflegeprodukten und zur korrekten Anwendung von Medikamenten zu Hause. Die saniPEP Apotheke steht Betroffenen und Familien auch in dieser sensiblen Lebensphase zur Seite.

Gibt es einen Botendienst nach Hause?

Ja. Die saniPEP Apotheke bietet einen Botendienst an, der Medikamente und Hilfsmittel direkt zu Ihnen nach Hause liefert. Das ist besonders wertvoll für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, sich in einer Pflegesituation befinden oder nach einem Krankenhausaufenthalt noch nicht selbst die Apotheke aufsuchen können. Sprechen Sie uns an – wir finden gemeinsam eine Lösung.

Was ist ein Hospiz und worin unterscheidet es sich von einer Palliativstation?

Ein Hospiz ist eine Einrichtung, die schwerkranken Menschen in der letzten Lebensphase Begleitung, Pflege und Schmerzlinderung bietet – mit dem Ziel, Lebensqualität zu erhalten, nicht das Leben zu verlängern. Eine Palliativstation ist in der Regel Teil eines Krankenhauses und dient der kurzfristigen Behandlung akuter Symptome. Die ambulante Palliativversorgung ermöglicht es vielen Menschen, die letzte Lebensphase in der eigenen häuslichen Umgebung zu verbringen.

Quellen

Persönliche Beratung gewünscht?
Wir sind Mo–Sa 09–20 Uhr direkt im PEP Einkaufszentrum Neuperlach für Sie da.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle pharmazeutische oder aerztliche Beratung.