Senioren in Neuperlach: Medikationscheck und Sturzprophylaxe aus der Apotheke
saniPEP Apotheke im PEP Einkaufszentrum Neuperlach
- Senioren in Neuperlach nehmen oft fünf oder mehr Medikamente täglich – ein erhöhtes Risiko für Wechselwirkungen und Stürze.
- GKV-Versicherte mit Polymedikation haben Anspruch auf einen kostenlosen Medikationscheck (§ 31a SGB V) in der Apotheke.
- Bestimmte Schlaf-, Blutdruck- und Antidepressiva-Wirkstoffe erhöhen das Sturzrisiko – der Check deckt diese Zusammenhänge auf.
- Vitamin D stärkt Muskeln und Knochen; Hilfsmittel wie Rollatoren werden bei ärztlicher Verordnung von der Krankenkasse übernommen.
Warum ist das Thema Medikamente und Sicherheit für Senioren in Neuperlach besonders relevant?
Neuperlach zählt zu den Münchner Stadtvierteln mit einem spürbar wachsenden Anteil älterer Einwohnerinnen und Einwohner. Einrichtungen wie das AWO-Sozialzentrum Neuperlach und das Haus Phönix befinden sich in unmittelbarer Nähe zum PEP-Einkaufszentrum und sind fester Bestandteil des sozialen Netzes im Viertel. Viele Seniorinnen und Senioren erledigen ihren Apothekenbesuch direkt beim Einkaufsbummel im PEP – eine Gelegenheit, die wir in der saniPEP Apotheke bewusst für ein kurzes, aber wirksames Beratungsgespräch nutzen.
Das Thema Polymedikation – also die gleichzeitige Einnahme mehrerer Arzneimittel – betrifft laut Daten des Robert Koch-Instituts einen erheblichen Teil der über 65-Jährigen in Deutschland. Schätzungen zufolge nehmen rund 20 bis 25 Prozent der älteren Bevölkerung täglich fünf oder mehr verschiedene Präparate ein. Je mehr Wirkstoffe zusammenkommen, desto komplexer werden mögliche Wechselwirkungen.
Was versteht man unter Polymedikation und warum ist sie riskant?
Als Polymedikation bezeichnet man die gleichzeitige, dauerhafte Einnahme von fünf oder mehr Arzneimitteln. In der Praxis können es auch deutlich mehr sein, wenn man verschreibungspflichtige Mittel, nicht verschreibungspflichtige Präparate aus der Apotheke und Nahrungsergänzungsmittel zusammenzählt.
Das Risiko steigt mit der Anzahl der eingenommenen Substanzen: Wechselwirkungen entstehen, wenn ein Wirkstoff den Abbau eines anderen beeinflusst, wenn zwei Präparate den Blutdruck in dieselbe Richtung verschieben oder wenn ein Mittel die Aufnahme eines anderen im Darm hemmt. Besonders ältere Menschen sind gefährdet, weil Leber- und Nierenfunktion im Alter nachlassen und Wirkstoffe langsamer abgebaut werden. Was für einen 40-Jährigen eine gut verträgliche Dosis ist, kann bei einer 80-Jährigen zu unerwünschten Effekten führen.
Hinzu kommt: Nicht jedes Arzneimittel, das in jüngeren Jahren sinnvoll war, bleibt es dauerhaft. Leitlinien wie die PRISCUS-Liste benennen Wirkstoffe, die für ältere Menschen potenziell problematisch sind – darunter bestimmte Schlaf- und Beruhigungsmittel, einige Schmerzmittel und bestimmte Blutdruckpräparate. Diese sogenannte Beers-Kriterien- und PRISCUS-Logik ist fester Bestandteil unserer Beratung.
Was ist ein Medikationscheck – und was passiert dabei konkret?
Ein Medikationscheck ist eine strukturierte pharmazeutische Leistung, bei der ein Apotheker oder eine Apothekerin alle eingenommenen Mittel systematisch analysiert. Das umfasst:
- Vollständige Erfassung aller Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzlichen Produkte
- Prüfung auf Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Wirkstoffen
- Bewertung der Dosierungen im Hinblick auf Alter, Körpergewicht und Nierenfunktion
- Erkennung von Doppelverordnungen, die durch verschiedene Fachärzte entstehen können
- Erstellung eines aktuellen Medikationsplans, der für Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte oder Notfälle bereit liegt
Das Gespräch findet vertraulich statt. Wir schauen gemeinsam auf die Einnahmezeiten, mögliche Einnahmefehler (z. B. bestimmte Mittel nicht zum Essen nehmen) und klären, ob alle Präparate noch aktuell verordnet sind. Nach dem Check empfehlen wir gegebenenfalls das Gespräch mit dem behandelnden Arzt – etwa wenn ein Wirkstoff kritisch erscheint oder eine Dosis angepasst werden sollte.
Für gesetzlich Krankenversicherte mit fünf oder mehr systemisch wirkenden Dauermedikamenten ist das erweiterte Medikationsmanagement (§ 31a SGB V) eine Kassenleistung. Der Aufwand liegt für Sie bei null – außer etwas Zeit.
Sturzprophylaxe: Welche Rolle spielen Medikamente beim Sturz?
Stürze sind für ältere Menschen eine der häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte und den Verlust von Selbstständigkeit. Laut AWMF-Leitlinie zur Sturzprophylaxe sind bestimmte Medikamentengruppen bekannte Risikofaktoren:
- Sedativa und Schlafmittel können die Reaktionsfähigkeit und das Gleichgewichtsgefühl beeinträchtigen, auch noch am nächsten Morgen
- Blutdrucksenkende Mittel können – besonders beim schnellen Aufstehen – zu einem kurzzeitigen Blutdruckabfall führen, der Schwindel und Stürze begünstigt
- Bestimmte Antidepressiva und Antihistaminika wirken ebenfalls sedierend und beeinflussen die Motorik
Diese Zusammenhänge lassen sich im Medikationscheck aufdecken. Wenn ein Mittel das Sturzrisiko erhöht, prüfen wir gemeinsam mit Ihrem Arzt, ob eine Alternative sinnvoll ist – oder ob zeitliche Anpassungen der Einnahme helfen können.
Vitamin D, Muskeln und Knochen: Was sagt die Wissenschaft?
Ein weiterer relevanter Faktor ist Vitamin-D-Mangel. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für Vitamin D folgende gesundheitsbezogene Angaben zugelassen:
- „Vitamin D trägt zur normalen Funktion der Muskeln bei"
- „Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei"
Diese EU-zugelassenen Health Claims beruhen auf einem gesicherten wissenschaftlichen Konsens. Ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel ist damit ein relevanter Faktor für Muskelkraft, Koordination und Knochenstabilität – allesamt Schutzfaktoren gegen Stürze und deren Folgen (insbesondere Frakturen). Ob und in welcher Form eine Supplementierung sinnvoll ist, sollte individuell mit dem Arzt besprochen werden; wir beraten Sie gerne über die verschiedenen verfügbaren Darreichungsformen.
Gleichgewicht und Bewegung: Was kann ergänzend helfen?
Neben der Medikationsoptimierung spielen körperliche Maßnahmen eine wichtige Rolle. Physiotherapeutische Übungen zur Kräftigung der Bein- und Rumpfmuskulatur sowie gezieltes Gleichgewichtstraining – z. B. in Form von Tai-Chi oder speziellen Sturz-Prophylaxe-Kursen – sind in ihrer Wirksamkeit gut belegt. Fragen Sie Ihren Arzt oder eine Physiotherapiepraxis in der Nähe nach entsprechenden Programmen, die häufig von der Krankenkasse bezuschusst werden.
Hilfsmittel: Rollator, Haltegriff, Gehhilfe
Manchmal ist die einfachste Maßnahme die wirksamste. Hilfsmittel wie Rollatoren, Unterarmgehstützen oder Haltegriffe für Bad und WC reduzieren das Sturzrisiko im Alltag erheblich. Diese Produkte werden bei entsprechender ärztlicher Verordnung von der Krankenkasse übernommen.
In der saniPEP Apotheke beraten wir Sie zu Hilfsmitteln, die direkt in der Apotheke erhältlich sind; für kurzfristigen Bedarf steht außerdem der Hilfsmittelverleih bei saniPEP zur Verfügung. Für eine umfassende Hilfsmittelversorgung verweisen wir Sie an ein Sanitätshaus in Ihrer Nähe, das auf Reha-Technik und individuelle Anpassung spezialisiert ist. Wir helfen Ihnen auch bei der Frage, welche Pflegehilfsmittel (z. B. Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen) Pflegebedürftige als Sachleistung der Pflegekasse erhalten können.
Beratung in der saniPEP Apotheke Neuperlach
Ob Sie Fragen zu Ihrem Medikationsplan haben, einen Termin für den Medikationscheck vereinbaren möchten oder sich zu Sturzprophylaxe und Hilfsmitteln informieren wollen – wir sind für Sie da. Bei Unsicherheit, ob ein Besuch in der Apotheke ausreicht oder ein Arzttermin nötig ist, hilft Ihnen unser Leitfaden wann in die Apotheke, wann zum Arzt weiter. Besuchen Sie uns im PEP-Einkaufszentrum, Ollenhauerstr. 6, 81737 München. Der nächste Schritt muss kein großer sein: Oft reicht ein kurzes Gespräch, um Sicherheit zu gewinnen.
Haeufig gestellte Fragen
Was ist ein Medikationscheck und was passiert dabei?
Beim Medikationscheck – auch AMTS-Medikationsmanagement genannt – geht ein Apotheker oder eine Apothekerin alle eingenommenen Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und Rezepturpräparate systematisch durch. Ziel ist es, Wechselwirkungen, Doppelverordnungen und für Senioren problematische Wirkstoffe zu erkennen. Am Ende erhalten Sie einen strukturierten Medikationsplan sowie konkrete Empfehlungen.
Wer zahlt den Medikationscheck – muss ich etwas dazuzahlen?
Gesetzlich Krankenversicherte, die dauerhaft mindestens fünf systemisch wirkende Arzneimittel einnehmen, haben seit 2022 Anspruch auf das erweiterte Medikationsmanagement (§ 31a SGB V). Die Kosten trägt in diesem Fall die Krankenkasse vollständig. Für Privatversicherte empfiehlt sich eine Anfrage bei der eigenen Kasse; viele erstatten die Leistung zumindest anteilig.
Wie vereinbare ich einen Termin für den Medikationscheck in der saniPEP Apotheke?
Sprechen Sie uns direkt in der Apotheke im PEP-Einkaufszentrum (Ollenhauerstr. 6, 81737 München) an oder rufen Sie uns an. Bringen Sie beim Termin bitte alle Medikamente, Ihren aktuellen Medikationsplan sowie Ihren Versichertenausweis mit. Ein erstes Gespräch dauert in der Regel 30 bis 45 Minuten.
Was sollte ich nach einem Sturz zuerst tun?
Liegt keine akute Verletzung vor, ruhen Sie sich zunächst aus und informieren Sie Angehörige oder eine Vertrauensperson. Bei Schmerzen, Schwellungen oder Unsicherheit beim Aufstehen sollte ärztlicher Rat gesucht werden – im Zweifel den Notruf 112 wählen. Danach lohnt es sich, in der Apotheke zu fragen, ob Medikamente zum Sturzrisiko beigetragen haben könnten.
Quellen
- Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA): Medikationsmanagement
- Robert Koch-Institut (RKI): Gesundheit im Alter – Sturzprävention
- Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): S1-Leitlinie Sturzprophylaxe
- Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege: Ältere Menschen und Arzneimitteltherapie
Persönliche Beratung gewünscht?
Wir sind Mo–Sa 09–20 Uhr direkt im PEP Einkaufszentrum Neuperlach für Sie da.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle pharmazeutische oder aerztliche Beratung.